Bad Sennfeld
Bad Sennfeld
„Bad Sennfeld" ist ein beliebtes Ausflugsziel in der östlichen Flur unserer Gemeinde. In dem weiträumigen Garten mit seinem alten Baumbestand finden die Besucher heute noch Hinweise auf die Vergangenheit dieser ehemaligen Kuranlage. Die oben mit Baudaten versehene Darstellung stammt aus dem Jahre 1887.
Vierzehn mineral-, schwefel- und eisenhaltige Quellen hatten über viele Jahre das Wasserrad der im Jahre 1702 erbauten "Weiherleinsmühle" angetrieben. Im Jahre 1809 wurden diese Quellen in einer Brunnenstube zur „Hennebergquelle" zusammengefasst, jedoch für den Antrieb des Wasserrades weiter verwendet.
Die gewonnenen Erkenntnisse über die Heilkraft dieser Mineralquellen waren im Jahre 1841/42 Anlass für den Bau eines ersten Badehauses mit 8 Badekabinetten und einer Dampfheizung. Damit begann im Bad Sennfeld der Betrieb mit Bade- und Trinkkuren. Um 1852 wurde ein Kurhaus mit Gastwirtschaft (Hauptgebäude) errichtet. Die alte Mühle wurde abgerissen und an ihrer Stelle eine sogenannte Sturzbadhalle errichtet. Anwendungen fanden die Kurgäste bei Hauterkrankungen, Rheumatismus, Gicht, Nervenschwäche, Verdauungsproblemen u. v. m.
Bad Sennfeld florierte, die steigenden Gästezahlen verlangten weitere Ausbaumaßnahmen. 1927 wurde das Badehaus aufgestockt. Es entstanden sechs weitere Fremdenzimmer sowie ein Sprechzimmer für den Badearzt. Ein Warteraum mit Veranda wurde angebaut. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg lag die Anzahl der verabreichten Bäder bei 2200 pro Saison. In der Hochsaison 1927 konnten monatlich ca. 1250 Bäder verabreicht werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen nur wenige Kur- und Badegäste, der Badebetrieb war nicht mehr rentabel und wurde eingestellt. Seither läuft das Wasser ungenutzt in den Sennfelder See.



